| Die Teams der Formel 1: BMW Sauber F1 Team |
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| Seit der Ankündigung von BMW, nach dieser Saison aus der Formel 1 auszusteigen, befindet sich das BMW-Sauber-Team auf seiner Abschiedstournee. «Natürlich ist uns diese Entscheidung schwer gefallen», sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer und beschrieb den Ausstieg als einen konsequenten Schritt vor dem Hintergrund einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. In diesem Zusammenhang wolle BMW das gesamte Motorsport-Engagement neu ausrichten. |
| Ein tief enttäuscht wirkender Motorsportdirektor und BMW-Sauber-Chef Mario Theissen erklärte lediglich: «Aus Sicht des Unternehmens kann ich diese Entscheidung nachvollziehe». Anteilseigner Peter Sauber zeigte weniger Verständnis für den Rückzug seines Partners. «Ich akzeptiere und respektiere den Entscheid, kann ihn allerdings persönlich nur schwer nachvollziehen», teilte der Schweizer, der um den Fortbestand des Teams kämpfen will, mit. |
| Das in diesem Jahr klar verpasste Ziel, um die WM mitzufahren, soll den Aussagen der BMW-Hauptverantwortlichen zufolge nicht den Ausschlag für den Rückzug gegeben haben. Nach zehn von 17 Rennen ist BMW-Sauber nur Achter in der Konstrukteurswertung, die Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica liegen im Fahrer-Klassement weit abgeschlagen zurück. Dabei war das Team mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, hatte sogar vom WM-Titel geträumt. Der Grand Prix von Kanada 2008 hatte für BMW-Sauber alles verändert: Durch den Doppelerfolg bewies der junge F1-Rennstall schon nach zweieinhalb Jahren Siegerqualitäten. |
| Zumindest drei Faktoren sprachen für den Dritten der Teamwertung 2008: Eine starke technische Mannschaft, das zuverlässigste Auto in der Formel 1 und zwei starke Fahrer, die mit ihren unterschiedlichem Fahrstil eigene Antworten auf das veränderte Reglement finden sollten. Ob nun der aggressivere Pole Kubica, der mit zuletzt 75 WM-Punkten und dem Montreal-Sieg mit dem alten Auto besser zurecht kam, oder der Mönchengladbacher Heidfeld, der 2008 alle 18 Zielflaggen sah und 60 WM-Punkte sammelte: Beiden wurde und wird das Potenzial zugestanden, ganz nach oben zu fahren. |
| Vor allem die neue Vorschrift, dass ein Motor nun drei statt bisher zwei Rennen eingesetzt werden muss, war als deutlicher Vorteil für BMW-Sauber gewertet worden. Mit einer Ausfallrate von nur 5,6 Prozent war 2008 kein anderes Team so zuverlässig. So konnte immer dann gepunktet werden, wenn die Konkurrenz patzte. Kubica wünschte sich daher, «dass wir zu Saisonbeginn so stark sind wie 2008 und diese Performance bis zum Finale halten können». Der Pole hatte in aussichtsreicher Situation auf den WM-Titel mit gutem Material vor den letzten Rennen kritisiert, man habe sich bei BMW-Sauber zu früh auf 2009 konzentriert. Danach sei das Auto für den Endspurt nicht mehr konkurrenzfähig gewesen. Vom F1.09 erhofften sich die Blau-Weißen vor allem einen Vorteil durch das aufwendig entwickelte Energie-Rückgewinnungssystem KERS, gegen dessen Einsatz einige Konkurrenten bis heute heftig wettern. Von außen betrachtet fielen an dem neuen Wagen vor allem die viel höhere und breitere Nase auf, auch die Seitenkästen sind vorne höher. |
| Für die restlichen Rennen kann es für BMW-Sauber nur noch darum gehen, eine verkorkste Saison zumindest halbwegs glimpflich über die Bühne zu bringen. Zwar sind die WM-Titel längst abgehakt, doch will sich BMW nach 264 Grand-Prix-Rennen sicherlich mit Anstand aus der Formel 1 verabschieden. |
| (Stand: August 2009) |
