| Die Teams der Formel 1: Scuderia Ferrari |
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| Auf den Schock folgte die Beinahe-Sensation: Nach dem Horror-Unfall von Felipe Massa auf dem Hungaroring und dessen damit verbundenem vorzeitigem Saisonende sollte Rekord-Weltmeister Michael Schumacher den Ferrari des Brasilianers übernehmen. Doch die Euphorie bei den Ferraristi währte gerade 14 Tage. Aus dem Coup wurde nichts, weil «Schumis» Nacken nicht hielt und bei den Medizinchecks durchfiel. |
| Dabei hätten die «roten Renner» ihren Helden gut gebrauchen können. Mühselig schleppte sich der Ferrari in den ersten zehn Rennen der Saison zu drei Podestplatzierungen. Gerade als Ferrari wieder konkurrenzfähig wurde, passierte der Massa-Unfall. In Valencia und Spa-Francorchamps wurde Testfahrer Luca Badoer ans Steuer gesetzt. Doch der Italiener enttäuschte auf ganzer Linie. Während Kimi Räikkönen in Belgien den ersten Saisonsieg für die «Roten» einfuhr, wurde Badoer zum zweiten Mal Letzter. Ab Monza übernimmt Giancarlo Fisichella, der von Force India abgeworben werden konnte, den zweiten Ferrari. Der Italiener erfüllt sich damit im stolzen Alter von 36 Jahren einen Lebenstraum. Der Routinier hatte in Spa eine perfekte «Bewerbung» abgeliefert, nachdem er völlig überraschend auf die Pole gerast war und bei der Siegerehrung neben Kimi Räikkönen auf dem zweiten Podiumsplatz stand. |
| Für den erfolgsverwöhnten Traditionsrennstall sind nach der miserablen ersten Saisonhälfte die beiden WM-Titel in der Fahrer- und Konstrukteurswertung längst abgehakt. Dabei war Ferrari mit großen Erwartungen in seine 60. Formel-1-Saison gestartet und hatte dem vermeintlich größten WM-Favoriten Lewis Hamilton den Kampf angesagt. «Wir werden das Maximum geben, um zu gewinnen», hatte Teamchef Stefano Domenicali angekündigt. Das Herzschlagfinale von Sao Paulo, wo Massa trotz des souveränen Sieges im Regenchaos praktisch in der letzten Kurve den greifbar nahen WM-Titel noch an Hamilton verlor, geisterte immer noch in den Ferrari-Köpfen herum. «Ich will aber aus diesen Erfahrungen lernen», hatte der Vize-Weltmeister gesagt. Der um einen Punkt verpasste WM-Triumph sollte Massa nicht bremsen. «Wir haben die WM nicht wegen uns verloren, sondern wegen der speziellen Umstände.» In dieser Saison sollte die Korrektur erfolgen. |
| Optisch hat der Ferrari wegen umfangreicher Regeländerungen vor allem im Bereich Aerodynamik nicht mehr viel mit dem Vorjahres-Modell zu tun. «Das ist ein komplett neues Auto. Wir haben mit einem weißen Blatt Papier begonnen», berichtete Technik-Direktor Aldo Costa. Der Frontflügel ist breiter, der Heckflügel schmaler, die Nase des Autos steht ungewohnt hoch. «Nach einer Weile gewöhnt man sich dran», urteilte Kimi Räikkönen. Schon damals setzte man auf die Unterstützung des PS-Pensionärs Schumacher. Als Ferrari-Berater, der 2006 seine aktive Laufbahn beendet hatte, sollte er vor allem beim Umgang mit den Reifen sein Wissen einbringen. |
| (Stand: September 2009) |
