Die Teams der Formel 1: Renault F1 Team
   
Fahrer / Startnr: Fernando Alonso (Spanien) / 5
Nelson Piquet jr. (Brasilien) /6
Testfahrer: Romain Grosjean (Frankreich)
Lucas di Grassi (Brasilien)
Ben Hanley (Großbritannien)
Teamchef: Flavio Briatore
Technischer Direktor: Bob Bell
Bolide: Renault R28
Motor: Renault RS 27
F1 Debüt: 1977 Großbritannien
Größte Erfolge: Konstrukteurs-Weltmeister: 2005, 2006
Fahrer-Weltmeister: 2005, 2006
Saison 2007: 3. der Konstrukteurs-WM
Homepage: www.renaultf1.com
Neben dem Verlust von Galionsfigur Alonso musste das Renault F1 Team 2007 auch mit einem Wagen antreten, dessen Abstimmung vorn und hinten nicht stimmte. Chassis und Reifen harmonierten nicht miteinander und der Windkanal hatte fehlerhafte Daten geliefert. Für die mit großen Ambitionen angetretenen Franzosen wurde die Saison zu einem Desaster. Der Finne Heikki Kovalainen, der sein Cockpit abgeben musste, holte als Zweiter den einzigen Podestplatz. 2008 will man alles wieder besser machen und an die Erfolge aus dem Jahr 2006 anknüpfen. Als gutes Omen werten die Renault-Auguren dabei die Rückkehr des bei den Silberpfeilen gescheiterten Fernando Alonso.
Renault-Konzernchef Charles Ghosn hatte ordentlich Druck auf Teamchef Briatore gemacht die ehemalige Nummer 1 des Teams zurückzuholen und dabei offene Türen eingerannt. Der gewiefte Taktiker hatte keine Probleme, intensiv um die Gunst seines Zöglings zu buhlen. Dabei wurde Alonsos Entscheidung sicher dadurch begünstigt, dass Renault in der Spionage-Affäre um vertrauliche Daten von Konkurrent McLaren-Mercedes straffrei davongekommen ist.
Mit der Rückkehr des Heilsbringers, die wie der Beginn einer neuen Ära gefeiert wurde, ist ein Ruck durch das Team gegangen. Und auch Alonso freut sich zurück zu sein: «Obwohl ich sie ein Jahr nicht gesehen habe, war es, als wäre die Zeit stehen geblieben.» Der Spanier ist bei den Franzosen wieder klar der Starpilot und steht im Mittelpunkt. Bei Renault ist man wild entschlossen wieder den Sprung an die Spitze zu schaffen. Die Erfolge von 2005 und 2006 mit zwei Weltmeistertiteln und zwei ersten Plätzen in der Konstrukteurswertung wiegen allerdings schwer. So hat Übervater Flavio den verlorenen Sohn nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern auch sogleich seine Erwartungen formuliert: «Wir haben wieder eine Nummer eins im Team. Wenn du ihm ein gutes Auto hinstellst, wird er gute Ergebnisse einfahren.»
Chefdesigner Bob Bell sieht es ebenso: «Erst mit Fernando wissen wir wie gut unser Auto wirklich ist. Er ist unser Maßstab. Fahren wir hinterher, wissen wir ganz genau, dass es an uns liegt und am Auto.» Die Leistung des neuen R 28 ist der entscheidende Faktor. Nur mit einem siegfähigen Boliden kann sich der ersehnte Erfolg wieder einstellen. Der neue Rennwagen musste allerdings komplett umgebaut werden, da man nicht auf dem anfälligen R 27 aufbauen konnte. Es gibt daher eine große Entwicklungslücke zu Ferrari und McLaren-Mercedes. Chefingenieur Pat Siymonds glaubt allerdings, die Probleme des vergangenen Jahres im Griff zu haben und, dass Alonso im R 28 durchaus um Siege mitfahren kann. Optisch unterscheidet sich der R 28 schon deutlich vom Vorgänger, auch wenn er wieder in den Farben des Hauptsponsors, der niederländischen Großbank «ING» (blau, weiß und orange), ins Rennen geschickt wird. Die Nase wurde deutlich tiefer gezogen und auf die Streben darunter verzichtet.
Unter seine Fittiche genommen hat Briatore auch Alonsos neuen Teamkollegen Nelson Piquet Jr., der vom Spanier profitieren und sich in seinem Schatten in Ruhe entwickeln soll. Seine Testzeiten haben allerdings gezeigt, dass der Brasilianer schon am Hinterrad von Alonsos Boliden klebt. Ein Stallkrieg der beiden Piloten soll in jedem Falle verhindert werden, wobei die Voraussetzungen ähnlich sind, wie im vergangenen Jahr bei McLaren-Mercedes: Nelson Piquet Jr. ist ein Zögling des Teams und ein talentierter Nachwuchspilot, der nicht daran denkt, wegen Alonso vom Gaspedal zu gehen. Doch der Teamchef hat die Rollen klar verteilt: «Piquet ist ein intelligenter Bursche, der seine Rolle im Team kennt. Er sollte stolz darauf sein, beim besten Piloten der Welt in die Lehre gehen zu könnnen.»
(Stand: März 2008)

© Deutsche Presse Agentur GmbH 28.02.2008 / 23:12:40
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