| Die Teams der Formel 1: Williams |
|
| Keine pompöse Fahrerpräsentation, keine teure Vorstellung des neuen Boliden FW30: Bei Williams fiel die große Show vor der Saison aus. Da die Kassen beim britischen Traditionsrennstall eher knapp gefüllt sind, steckten die Eigentümer Frank Williams und Patrick Head das Geld lieber in die Weiterentwicklung ihres neuen Dienstwagens. Für die große Show auf der Formel-1-Bühne sind andere Teams zuständig. Trotz der im Vergleich zu den Konzern-Rennställen und anderen potenten Privat-Teams finanziell angespannten Situation, behauptet sich Frank Williams Jahr für Jahr im Haifischbecken Formel 1. |
| Der FW30 soll in diesem Jahr der Schlüssel für eine weitere Verbesserung des gesamten Teams sein. Mit dem Ergebnis des Vorjahres konnten die Teameigner Williams und Head durchaus zufrieden sein. 2007 ließ das Williams-Team mit dem vierten Platz in der Konstrukteurs-Wertung so etablierte Teams wie Red Bull, Toyota, Toro Rosso und Honda hinter sich. Insgesamt 33 Punkte konnte das Fahrer-Duo Nico Rosberg/Alexander Wurz für den britischen Rennstall einfahren. |
| Dieser Aufwärtstrend soll 2008 fortgesetzt werden. Die überraschend erfolgreichen Wintertests des FW30 stimmten die Williams-Crew jedenfalls zuversichtlich. «Das Auto ist besser und schneller als das letztjährige», erklärte Head, der trotzdem auf die Euphoriebremse tritt. «Aber wir sehen auch, dass der Abstand zwischen Ferrari und uns noch ziemlich groß ist, also haben wir eine Menge Arbeit vor uns.» Vor allem an der Zuverlässigkeit des neuen Boliden wurde in der Zentrale im englischen Grove hart gearbeitet. Die verbesserte Zuverlässigkeit sei auch der Hauptgrund für die Steigerung zwischen 2006 und 2007 gewesen. «Es gibt noch Dinge, an denen wir arbeiten und die wir besser machen müssen, ebenso wie auch die Performance. Aber die gute Zuverlässigkeit hilft enorm für die Performance, denn wenn die gegeben ist, können sich alle darauf konzentrieren, das Auto schneller zu machen», erklärte Technikchef Sam Michael. |
| Große Hoffnungen setzt der Williams-Rennstall auch auf seinen Top-Piloten Rosberg. Der 22-jährige Wiesbadener gilt als einer der kommenden Superstars der Formel 1. Seinen Vertrag hatte der GP-2-Meister von 2005 Ende des vergangenen Jahres mit Teamprinzipal Frank Williams vorzeitig bis 2009 zu deutlich verbesserten Bezügen verlängert. Zuvor hatte er als als heißester Kandidat auf das freie Cockpit bei McLaren-Mercedes nach dem Rauswurf des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso gegolten. Das zweite Cockpit besetzt der eher unerfahrene Newcomer Kazuki Nakajima aus Japan. |
| Als Testfahrer verpflichtete Williams den erst 20-jährigen Nicolas Hülkenberg aus dem nordrhein-westfälischen Emmerich. Hülkenberg wird von Experten eine große Karriere vorausgesagt. In der vergangenen Saison trug er maßgeblich zum Gesamtsieg des deutschen Weber-Teams in der A1-Grand-Prix-Serie bei. 2005 hatte Hülkenberg bereits die Formel BMW ADAC gewonnen. Im kommenden Jahr wird er wie schon 2007 auch in der Formel 3 Euroseries an den Start gehen. «Das ist für Nico der erste Schritt in seine Formel-1-Zukunft», sagte sein Manager Willi Weber, der auch Michael Schumacher betreut. |
| (Stand: März 2008) |
